Das CJD - Die Chancengeber CJD Sachsen-Anhalt

Mit Feuer und Flamme

26.03.2018 CJD Sachsen-Anhalt « zur Übersicht

Ein Militärpfarrer ist auf die Kunstgruppe des Christlichen Jugenddorfes Schönebeck aufmerksam geworden - und hat ein Altarbild bestellt.

 

Volkstimme Schönebeck - Elbe-Saale Rundblick - 19.03.2018

VON  Ulrich Meinhard

VS/Schönebeck

Schönebeck l Als Andreas Kölling das Christliche Jugenddorf (CJD) in Schönebeck betritt, ist er überrascht. Positiv überrascht. „Hier herrscht so eine freudige Stimmung. Viele lachen.“ Das ist der Militärpfarrer aus seinem Alltag nicht gewohnt. „Bei der Bundeswehr sind alle ernst“, zieht er den Vergleich.

Kölling ist nach Schönebeck gekommen, um ein Kunstwerk in Auftrag zu geben. In einem Andachtsraum in der Clausewitz-Kaserne in Burg möchte er ein Altarbild platzieren. Ein dreiteiliges Gemälde soll es werden, so wie es auch in manchen Kirchen zu sehen ist. Erstellen soll es die Kunstgruppe des Schönebecker CJD. Zu ihr gehören Gabi Schmielau, Fanny Teichert, Steven Rödel, Martina Rogge, Chris Ettingshausen, Kathleen Zander, Annett Ochsendorf und Yvonne Estedt. Und Jan Focke. Der bildende Künstler aus Frohse leitet die Gruppe seit Jahren an, wöchentlich gibt es Treffen.

Ausstellung gefiel dem Pfarrer

Aufmerksam geworden ist Andreas Kölling auf die Schönebecker Künstler über eine Ausstellung, die derzeit im neugeschaffenen Bundeswehr-Karrierezentrum am Magdeburger Hasselbachplatz zu sehen ist. Daran beteiligt sind die CJD-Maler. Was sie mit Farbe und Pinsel auf Leinwand geschaffen haben, hat den Pfarrer beeindruckt. Er fragte bei der CJD-Leitung nach, ob in Schönebeck Interesse bestehe, den Auftrag anzunehmen. Die Gruppe lud ihn ein, um sich und seine Idee vorzustellen.

Aufmerksam, sogar ein bisschen aufgeregt ist die Runde. Schließlich kommt nicht jeden Tag jemand mit solch einem Anliegen. Das ist Wertschätzung. Das ist auch Herausforderung. Und nicht zu knapp, denn Andreas Kölling möchte etwas bildhaft dargestellt sehen, was eigentlich gar nicht sichtbar ist. Es geht um den Heiligen Geist. Schwere Materie, selbst für Christen, wenngleich Geist prinzipiell etwas ganz Leichtes ist. „Bei der Person Jesus ist das anders. Da gibt es Geschichten und Bilder“, räumt Kölling ein. Wie also soll so ein Auftrag umgesetzt werden?

Der Tröster

Der Seelsorger nimmt ein Jesus-Wort zu Hilfe: Der Heilige Geist ist wie ein Tröster, zitiert er aus der Bibel. Mit einem Tröster kann jeder Mensch etwas anfangen: Das ist jemand, der in den Arm nimmt, der einen so akzeptiert, wie man ist und der in schweren Stunden sagt: „Wird alles gut.“

Die Runde nickt. Jeder hier hat schon mehrfach im Leben Trost gesucht und manchmal auch jemanden gefunden, der den Trost gab. Kölling meint, dass der Heilige Geist ganz sanft ist. Aber er könne auch sehr kraftvoll sein. Wie ein Feuer. Kein Feuer, das verbrennt, sondern eher ein Feuer, das wärmt. Durch und durch wärmt, den Körper, die Seele...

Die Freunde des gekreuzigten Jesus von Nazareth, seine Jünger, wie die Bibel sie nennt, haben vor 2000 Jahren diesen Geist erfahren. Und wie. „Er hatte Power. Er hatte Leidenschaft. So war das Pfingsten“, erklärt der Pfarrer. Pfingsten, das Fest dass die Christen 40 Tage nach Ostern feiern, sei quasi das Fest des Heiligen Geistes. Der habe den verängstigten Jüngern Kraft gegeben. So viel Kraft, dass sie trotz Verfolgung in die Welt hinaus zogen und die Botschaft von der Auferstehung ihres Lehrers und Herrn überall berichteten.

Die Sache mit der Auferstehung

„Wenn ich meine Soldaten frage, glaubt ihr an die Auferstehung, meldet sich keiner“, stellt Kölling sachlich fest. „Aber ich glaube daran“, fügt er mit fester Stimme fröhlich hinzu. Er gebraucht noch eine Redewendung, um die Gruppe zu inspirieren: Feuer und Flamme sein. Das sei sicher ein Gefühl, das jeder kennt. Und dann berichtet er von seiner eigenen Feuer-und-Flamme-Erfahrung. Früher sei er ein Einzelgänger gewesen, der am liebsten nichts mit anderen Menschen zu tun haben wollte. Ausreichend zufrieden sei er gewesen, wenn er mit einem Buch in einer stillen Ecke saß und las. Doch dann habe er Gottes Wort gespürt. „‚Ich möchte gerne, dass Du mit anderen Menschen arbeitest.‘ So hat er zu mir gesprochen“, sagt Kölling. Er habe diesem Wort Folge geleistet. „Aber erst vor etwa eineinhalb Jahren habe ich mich dafür bedankt. Nicht ich bin Gott entgegen gekommen. Er hat es mir geschenkt“, betont der Pfarrer.

Er fragt die Gruppe, ob er jeden Einzelnen segnen darf. Die Männer wollen lieber nicht. Die Frauen nicken.

Zeit bis Pfingsten

Jan Focke nimmt das Wort des Pfarrers auf. „Und jetzt sind wir Feuer und Flamme“, sagt er. „Aber wie sollen wir den Geist denn malen“, fragt Gabi Schmielau skeptisch nach. Focke hat da schon eine Idee. Mit Feuer und Flamme.

„Wir fangen heute mit der Grundierung an“, erläutert Focke und breitet eine riesige Plane im Raum aus. An der Wand lehnen die drei Leinwände. Sie sind noch weißer als die weiße Wand. Ein bisschen Zeit hat die Gruppe ja, um das zu ändern, um ein Kunstwerk zu schaffen und den Heiligen Geist darin sichtbar zu machen. Bis Pfingsten soll sein Feuer lodern.