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PORTRÄT Für Menschen mit Behinderungen gibt es ein neues Beratungsangebot. Was Teilhabeberater Sebastian Petsch wichtig ist.

Mitteldeutsche Zeitung - Land und Leute 12.12.2019

AUTOR: KATRIN WURM

MZ/Aschersleben

- „Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“ Ein Grundsatz, den Sebastian Petsch voll und ganz vertritt. Der 38-jährige Magdeburger ist Teilhabeberater und in dieser Funktion führt er seit Dezember in der Weißen Villa Aschersleben monatlich ein Beratungsangebot für Menschen mit Behinderungen, chronisch Erkrankte und deren Angehörige
durch.

„Wir beraten Menschen mit und ohne Behinderungen, die Unterstützung für ihre volle und gleichberechtigte Teilhabe benötigen“, sagt Sebastian Petsch. Dabei kann es zum Beispiel um Themen wie persönliches Budget, Beantragung eines Schwerbehindertenausweises oder Wiedereingliederung in Arbeit, beziehungsweise das neu eingeführte Budget für Arbeit gehen.
„Beim Budget für Arbeit gibt es derzeit viele offene Fragen. Es soll für Menschen
mit Behinderung den Zugang zum ersten Arbeitsmarkt erleichtern“, erklärt Sebastian Petsch und aus der Erfahrung weiß er, dass auch Arbeitgeber viele Fragen zu dem neuen Förderangebot haben. „Deshalb können sich auch Arbeitgeber in der Sprechstunde dazu informieren.“

Generell gelte: „Wir stehen für alle Belange offen. Wenn sich jemand unsicher
ist, ob er mit seinem Anliegen bei uns richtig ist, soll er ruhig vorbeikommen.
Wir finden eine Lösung“, sagt er. Petsch arbeitet für die Fachstelle
EUTB (Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung), die in ganz Deutschland
an mehr als 500 Standorten solche Beratungsangebote anbietet. Im Salzlandkreis
wird noch in Bernburg, Schönebeck und Staßfurt beraten. Der Pädagoge
sieht sich in seiner Arbeit als Teilhabeberater in einer Lotsenfunktion. „Wir
schaffen für die Menschen Orientierung“, nennt er einen Baustein seiner Teilhabeberatung, die er mit großem Enthusiasmus anbietet.

„Wir schaffen für die Menschen Orientierung.“

Sebastian Petsch Teilhabeberater

Außerdem vermittelt er zu zuständigen Ämtern, wie dem Sozialamt oder der Arbeitsagentur. „Wir begleiten auch zu den Terminen dort, falls gewünscht“, sagt Petsch.

Wer aufgrund seiner Behinderung nicht persönlich das Beratungsangebot
in der Weißen Villa in Aschersleben wahrnehmen kann, kann sich bei Sebastian
Petsch melden. „Dann machen wir individuelle Termine zu Hause bei den
Ratsuchenden.

“ Auf eine Besonderheit weist Sebastian Petsch noch hin: „Kern unserer Beratung ist ebenso das sogenannte Peer Counseling. Kurz gesagt: Betroffene beraten
Betroffene“, erklärt er. Deshalb gehört zum Beratungsteam auch eine Kollegin mit einer Behinderung. „Das gibt vielen Menschen auch noch mal ein anderes Stück Sicherheit“, sagt Petsch. Die Sprechstunde in Aschersleben findet an jedem ersten Mittwoch im Monat statt, im neuen Jahr aufgrund der Feiertage am 8. Januar. Jeweils von 9 bis 15 Uhr empfängt Sebastian Petsch in der Weißen Villa in der Bestehornstraße 2 Beratungssuchende. Termine können vorab unter der
0151/40 63 81 68 vereinbart werden.